Meinung

Die “Montagsrunde”

Die Nachkriegsgeneration hat noch nie derart heftige Einschränkungen erlebt wie in diesen Tagen.
Davon bleibt auch unsere Tischtennis-sparte nicht unberührt. Trainings- und Wettkampfabende durften seit Mitte März bis Anfang Juni nicht stattfinden.
Zum allgemeinen Trainingsbetrieb gehört bei uns auch der „Klönschnack“ nach dem Duschen.
Da dieser rege Austausch über fachspezifische Themen, über das aktuelle Tagesgeschehen, eben über „Gott und die Welt“ ausgefallen war, soll diese zusätzliche Seite der Versuch eines Ersatzes sein.COVID 19

Vereinsmitglieder sind aufgefordert, sich mit ihrer „Meinung“ am “Montagsschnack” zu beteiligen.
Email an Mevert 2020 

Graffiti in Glasgow

Bezugnehmende Links:

TTVN Infobrief Nr. 2 (15.5.2020)

Schutz- u. Handlungskonzept
vom DTTB
(11.5.2020)

Ich schließe mich den Ausführungen von Peter und Dirk vorbehaltlos an (sh. unten). Unserem im Grundgesetz verankerten Föderalismus ist es zu verdanken, dass Landesväter hinsichtlich von Lockerungen unterschiedliche Wege gehen, und das ist gut so! Thüringen hat als eines der ersten Länder die Maskenpflicht eingeführt und auch wieder zur "Empfehlung" zurückgeführt. Die Infektionszahlen dort sprechen für sich! In Ba Wü, so berichtete mein Bruder bei seinem Besuch, darf längst wieder Doppel gespielt werden, obwohl BaWü viel stärker betroffen war, als wir. Hier ist jedes Land seines Glückes Schmied und hat letztendlich die Konsequenzen zu tragen. Sollte sich eines Tages herausstellen, dass das Tragen von Masken unnötig war, was ist dann passiert? Ich habe eine Maske umsonst getragen...und jetzt? Ich schalte auch meine Airbags nicht ab und schnall mich nicht an, weil ich eben nur Brötchen hole. Dieser sinnfreien Diskussionen, ob der Notwendigkeit von einzelnen Maßnahmen bin ich überdrüssig, weil sie zu nichts führen: Man liebt das iPhone und hat eines oder man hasst es und es kommt keines ins Haus. In diesem Sinne sind wir auf den Spuren von Trumpland, fürchte ich...

(Holger Neumann – 10.7.2020)

 

Corona ist ein Thema, über das man wirklich ausgiebig stundenlang diskutieren kann, ohne auf ein unangreifbares Ergebnis zu kommen. Nicht mal die Zukunft wird zeigen, welcher Weg der richtige war oder gewesen wäre. Vielleicht siegt am Ende auch der Amerikanische Witzbold, nur weil er sich über alle Gebote der sozialen Gemeinschaft hinwegsetzt und seine Herdenimmunität bekommt. Obwohl - USA und soziale Gemeinschaft passt auch nicht richtig. Die legen schon sehr viel Wert darauf, dass jeder auf sich selbst achten darf und muss. Deshalb gibt es auch die von Obama eingeführte Krankenversicherung nicht mehr. 

Es wird schwierig bleiben. Es geht nicht nur darum, was die Politik erlaubt, sondern auch, was man sich zutraut. Es geht halt nicht nur um "mich", sondern um die Familie dahinter. Und da ist die Situation halt unterschiedlich. Und - von meinem Arbeitgeber bekomme ich z.Z. auch noch strenge Vorgaben gemacht, was z.B. Dienstreisen zu Kunden oder Besuche in unseren Niederlassungen angeht.   

Ich habe keine übermäßige Angst vor Corona. Aber ich will das Ding nicht haben, wenn ich es vermeiden kann. Weil ich halt nicht weiß, ob ich zu den (<?)0,5% gehöre, die richtig Probleme bekommen.  

Ich wünsche mir aber auch weitestgehende Normalität. Im Uhrzeigersinn um die Platte - Quatsch. Liste mit eigenem Stift beschreiben - überreaktioniert. Nach Spielen die Halle verlassen - Blödsinn?  Usw., usw.. Lasst uns Abstand halten und viele Dinge sind gut geregelt.  

Und zur Politik in D. Ich denke, die Damen und Herren haben vieles gut gemacht. Nervig sind die rein wahltaktisch bedingten Diskussionen und Entscheidungen, um sich irgendwie vom Gegner abzugrenzen. Als wenn das Virus seine Ansteckungsgefahr davon abhängig macht. Hier an der Grenze von NW und N war das jedenfalls teilweise sehr schwer zu durchschauen.

(Dirk Grabsch - 6.7.2020)

 

Eigentlich wollte ich mich zum Corona-Problem nicht äußern, weil mir die Kompetenz fehlt, das virologische Geschehen zu beurteilen. Aber zu politischen Entscheidungen bzw. getroffenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie bin ich doch anderer Meinung als Hajo (sh. unten). Was letztlich der richtige Weg zur Bekämpfung ist, wird man wohl erst dann beurteilen können, wenn das virale Geschehen zumindest eingedämmt ist.

Ich sehe nicht, dass sich unsere Politik in eine Situation manövriert hat, aus der sie ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommt. Ich sehe eher, dass wir in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Staaten die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Wo soll da der "Gesichtsverlust" entstehen? Beim Lockern? Beim Reagieren auf neue Ausbrüche? Beim Korrigieren von Maßnahmen aufgrund neuer Erkenntnisse?

Ich habe viele Sendungen gesehen und viele Artikel gelesen und ich habe selten den Begriff "Killervirus" gehört oder gelesen. Fast alle Virologen sprachen von hochinfektiösen Viren, die unterschiedliche Symptome verursachen und auch zum Tode führen können. Wenn man sich die Totenzahl weltweit anguckt, kann man das doch nicht negieren. Es wäre schön, wenn das Ganze ein "Spuk" wäre, der schnell wieder verschwindet. Ich glaube nicht, dass wir einen sogenannten "Status quo ante", also alles wie früher in nächster Zeit erleben werden, auch nicht im Tischtennis. Ich bin auch froh, dass wir Politiker wie Lauterbach haben und nicht Menschen wie Trump oder Bolsonaro, die für mich in dieser Krise hirnrissige Kommentare absondern und gefährliche Entscheidungen treffen.

Ansonsten hoffe ich auf Impfstoffe oder zumindest Medikamente, die wirken. Solange das nicht der Fall ist, glaube ich, dass die jetzigen Maßnahmen die richtigen sind.

Ich wage keine Prognose für eine neue Punktspielsaison, hoffe aber, dass wir nach den Ferien wieder unter welchen Bedingungen auch immer trainieren können.

(Peter Einhaus – 5.7.2020)

 

Auf die Bitte des KV-Vorsitzenden Rainer Krebs um ein Meinungsbild der Vereine antwortete ich ihm:

Aus meiner TT im SVO-Sicht ist die Lage diffus und unbestimmt. So gibt es Rückmeldungen aus dem Ü70er/80er-Bereich, die nach den Sommerferien wohl wieder einsteigen möchten. Einige andere Mitglieder äußerten sich ähnlich. Ja, aber unter welchen Voraussetzungen?

Hier hat sich die Politik im Einklang mit (vielen? den meisten?) Virologen in eine Situation manövriert, aus der sie ohne Gesichtsverlust nicht mehr rauskommt. Nach allem was ich lese und höre wird das Virus auch nach den Sommerferien nicht verschwunden sein. Die nächste Grippewelle ab Herbst/Winter ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Konsequenterweise müssten weiter die verordneten Abstands- und Hygieneregelungen gelten bzw. in erlebter Schärfe erneut durchgeführt werden (bis hin zu „Kontaktverboten“ – wie soll das mittelfristig/langfristig enden?)

Das könnte zur Folge haben, dass die Gruppe derjenigen, die Tischtennis unter „Corona-Bedingungen“ ablehnen, nicht in die Halle kommen wird. Ebenso könnte die Gruppe der Besorgten fernbleiben. Beide Fraktionen sind bei uns vertreten.

Viele Fragezeichen!

Ende Mai hatte unser Sportwart Dirk Grabsch per Mail (fast alle) Mitglieder befragt: "Wer von euch plant bzw. kann sich vorstellen, den Trainingsbetrieb montags und/oder freitags bis zu den Sommmerferien wieder aufzunehmen?" Es gab 13 Rückmeldungen (inkl. persönl. Gespräche). Davon äußerten sich 7 Aktive spielwillig.

Am 8. Juni hatten wir den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Seitdem trainieren regelmäßig 6 Teilnehmer aus dem Erwachsenenbereich an 3 Tischen – dabei sogar ein Neuzugang (!). Aktuell haben wir insgesamt 8 aktiv Spielwillige (vom 20jährigen bis zum bald 68jährigen).

Hier darf jedoch der Hinweis nicht fehlen, dass in den Sommerwochen vor den Ferien die Trainingsbeteiligung in der Vergangenheit schon immer stark zurück gegangen war!

Aus meiner Sicht ist es sehr schwierig, eine Prognose für die neue Saison zu stellen. Tendenz „Wir wollen wieder spielen“? Unter „Corona-Bedingungen“? 

Meine PERSÖNLICHE Meinung: Solange die Vokabeln „Killervirus“ / tödliches Virus herumspuken, solange kein Impfstoff unsere „Vollkasko-Mentalität“ beruhigt, solange die Lauterbachs die Talkshow-Plätze belegen, sehe ich schwarz.

(Hajo Mevert – 4.7.2020)

 

Zur möglichen Wiederaufnahme unseres Trainingsbetriebs im Juni

Die Sommerpause ist willkommen.

Mit Interesse habe ich die einzelnen Beiträge auf dieser Seite verfolgt, will mich aber nicht aufregen, denn ein jeder hat seinen eigenen Horizont!

Nur so viel: Ich freue mich auf einen ganz normalen Trainingsmontag nach den Sommerferien, an dem dann mal wieder ein „ordentliches Doppel“ gespielt werden kann.

(Werner Hoffmann - 24.05.2020)

 

Tischtennisbälle in Niedersachsen bleiben Hotspot für Corona-Viren, aber Thüringen zieht blank.

(Dirk Grabsch - 24.5.2020)

 

Unter den genannten Auflagen kann ich mir persönlich keinen Spielbetrieb, weder für Training noch für Wettkampf, vorstellen.

Für mich habe ich beschlossen, ganz in Ruhe - bis wieder eine „sinnvolle Normalität“ Einzug gehalten hat, die Zeit abzuwarten.
Ich habe keine Lust mich in ein Korsett aus Regeln zu zwängen und nur darauf zu warten, dass irgend jemand dir aufzählt, was du alles falsch gemacht hast.

Daher lautet meine „aktuelle“ Entscheidung:
Solange auch nur eine der genannten Empfehlungen des DTTB verpflichtend sind, solange werde ich kein Tischtennis spielen!

(Stephan Eckert - 21.5.2020)

 

Ich würde mich freuen, wenn auch unter Auflagen, endlich wieder an der Platte zu stehen!

(Torsten Schwarze - 21.5.2020)

 

Aluhutträger und andere Zeitgenossen

Ganz allgemein zu Corona (das sind Infos ohne Aluhut aus der Quelle meiner Verwandtschaft, die z. T. emsig an der Entwicklung von Impfstoffen mitarbeitet, weil die Intensivstationen leer sind):

Ein Corona-Infekt kann für jeden, egal welchen Alters, tödlich verlaufen, muss es aber nicht.

Es ist zu befürchten, dass nach dem „Sommerloch“ im kommenden Herbst und Winter eine zweite Welle droht. Sollte ein zweiter Lockdown kommen, können wir ohnehin einpacken. Anderenfalls müssten wir lernen, damit zu leben, nicht gut fürs Tischtennis.

Es bestehen gute Chancen, noch in diesem Jahr einen Impfstoff zu entwickeln (nicht vergleichbar mit Grippe-Impfung, weil Corona nach bisherigen Erkenntnissen wenig bis gar nicht mutiert, wird ja von Impfgegnern und Aluhutträgern immer wieder ins Feld gebracht).

Für den Fall einer erfolgversprechenden Impfmöglichkeit bedeutet das nicht viel, weil es gibt ja ausreichende Zahlen von notorischen Impfgegnern, die Angst vor ungewolltem „chippen“ haben (als ob Gates tatsächlich Interesse hat, seine Kundschaft auf 500.000.000 zu reduzieren, dann kann er ja nix mehr verkaufen).

Die Folge wäre aber, dass nichtgeimpfte zwingend gekennzeichnet werden müssten (durch verpflichtendes Tragen einer Armschleife? Tatoo? Und hatten wir das nicht schon mal?). Alles in Allem ist alles sehr ungewiss und zum Teil unausgegoren. Das führt dazu, das Sport, zum Leidwesen von uns Allen, zur absoluten Nebensache wird (Fußball-BL ausgenommen, weil das ist ja wichtig, aber auch die werden noch ihr blaues/grünes/rotes/weißes Wunder ob ihrer Wichtigkeit erleben).

Bis auf ein Weiteres und bleibt gesund! (Und nein...wegen der bekannten Überlegungen zum Spiel- und Trainingsbetrieb werde ich NICHT zum Covid-Beauftragten!)

(Holger Neumann – 16.5.2020)

 

„Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“

Könnt ihr euch noch an den Aufschrei erinnern nach den islamistischen Anschlägen in Paris 2015? Man wolle uns (der europäischen/westlichen Welt) die fröhliche Lebensweise in der Öffentlichkeit vergällen, mit Besuchen in Kneipen, Diskos etc. Einem radikalen Islamismus sollte es niemals gelingen, unsere Werte herauszufordern. Und jetzt kommt so ein Virus daher und wir lassen uns widerstandslos diese Lebensweise einschränken - die allermeisten freiwillig.

Könnt ihr euch noch erinnern, als am Strand der Cote d'Azur 2016 einer Muslima der Burkini polizeilich quasi vom Leibe gerissen wurde? Verhüllung, Nikab, Kopftuch - das geht gar nicht! Auch in Deutschland wurde diskutiert, die Verschleierung von Frauen zu verbieten. Und jetzt soll der "soziale Druck" auf die Bevölkerung so gesteuert werden, dass sich alle vermummen mit Mund-Nasen-Schutz-Masken. Verrückt. Wie gut hat's doch da die Muslima! Aus gesellschaftlich geächtet wird geachtet.

Anfangs erklärten „Experten“ das Tragen jener Schutzmasken als sinnlos. Später sahen andere (?) darin dann doch eine Schutzfunktion. Gemäß dem Motto „Wenn’s auch nicht sicher nützt, so schadet es doch nicht“ wurde daraus per Verordnung eine Maskenpflicht für viele Örtlichkeiten.

Meiner Einschätzung nach kann man die Ansteckungsgefahr verringern durch vernünftige Maßnahmen, verhindern lässt sie sich wohl kaum.

(Hajo Mevert – 11.5.2020)

Maskenpflicht

Karikatur in der Tageszeitung
von K. Stuttmann

 

 

Kalou und Spargel? (K)ein Problem!

Hätte Kalou versucht, in Obk Spargel zu kaufen, ohne eine Munaske, dann wäre er vom selben Mitarbeiter des Ordnungsamtes bestimmt auch darauf hingewiesen worden. Und ihm (Kalou) wäre viel erspart geblieben. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes stand also definitiv an der falschen Stelle ….   

Aber macht das alles Sinn? Im Sinne von „notwendig“, „nachvollziehbar“ oder „vernünftig“. Ist schon schwierig geworden und ich befürchte, da wird es noch einiges an Diskussionen geben, bevor möglichst viele Situationen des täglichen Lebens von allen wieder vernünftig bewertet werden.

(Dirk Grabsch - 10.05.2020)

 

Corona – Sport – und … Kalou

Heute war ich auf dem Markt Spargel kaufen, als ein großgewachsenen Herr vom Ordnungsamt der Marktfrau anordnete, mich aufzufordern, eine Maske aufzusetzen. Marktfrau und ich kuckten uns erstaunt an: „Draußen und mit Abstand?“ Ja, so stünde es in der der Verordnung, dritte Verlängerung. Innerlich den Kopf schüttelnd stapfte ich gen Achter davon, die Maske griffbereit für die Backstube.

Am 16. Mai darf die Bundesliga wieder starten. Unter strengsten Vorschriften. 22 Menschen werden bis 93 Minuten lang engste körperliche Kontakte haben. Unter strengsten Vorschriften.

Wie streng diese Vorschriften genommen werden, war unlängst auf einem Handyvideo des Herthaners Kalou zu sehen. Hier die Wirklichkeit im Fußballprofigeschäft. Dort die Potemkinschen Dörfer von DFL und DFB.

Mir geht es darum, eine Gleichbehandlung einzufordern. Auf dem Obernkirchener Markt waren weniger als 22 Menschen unterwegs, nicht grätschend, sich anschreiend, Stirn an Stirn böse anfauchend, spuckend. Hie Masken- und Abstandspflicht – und da …

Den Spargelkauf hatte ich Gottseidank gerade abgeschlossen, sodass wir nicht verhungern müssen. Welch Kollateralschaden wäre das noch geworden!

(Hajo Mevert - 8.5.2020)

 

Covid 19 – oder – Menschen haben Pläne

Nachdem ich mit vielen Menschen, im Beruf, mit Freunden, Verwandten und anderen sozialen Kontakten (natürlich nur virtuell!) über die aktuelle Situation gesprochen und auch oft hart diskutiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, auch hier meine ureigenste Meinung zu der aktuellen Krisensituation kund zu tun.

Zuvorderst eine Anmerkung. Die Nerven liegen blank bei vielen. Und das ist sicher gerechtfertigt. Seit dem 2. Weltkrieg haben wir vergleichbares in dieser Form nicht erleben müssen. Meine Großeltern mütterlicherseits haben mir als Kind und Teenager vielfach von Zeiten erzählt, in denen es Entbehrungen gab (keine „hausgemachten“...oder letztlich doch?). Mein Großvater (Jahrgang 1893) hat zu einer Generation gehört, die 2 Weltkriege (beide als Soldat und später im Volkssturm) aktiv erlebt und überlebt hat. Wenn ich eines von ihm mitgenommen habe, dann sein Vermächtnis am Sterbebett: „Mein lieber Enkelsohn, wenn Du Gott, wenn es ihn denn gibt, wenn Du ihn zum Lächeln bringen willst, dann erzähle ihm in einem stillen Gebet von Deinen Plänen“.

Aber Menschen brauchen Pläne! Und sie haben sie. Wir alle haben für diesen Sommer viel geplant und fast alles droht zur Makulatur zu werden oder ist es bereits geworden. In den „sozialen“ Medien werden Kommentare gepostet, Menschen zitiert, weil jeder aus dem was diese Quellen (vielfach anzuzweifeln) ihm als Häppchen immer wiederkehrend in die Runde werfen, weil jeder daraus seinen Honig saugt. Ich schließe mich da nicht aus! Die Nachfrage regelt auch hier das Angebot.

Um es vorweg zu sagen: Ich bin kein Gegner, sondern eher ein Befürworter des „Lockdowns“. Er tut mir, nicht alleine, weh und er wird, so fürchte ich, uns noch eine knappe Generation beschäftigen und auch ich habe leider kein Patentrezept, sonst müsste ich nicht mehr arbeiten.

Wir sind nun an einer Stufe angekommen, an dem sich Menschen in diesem Land beginnen, dagegen zu wehren. Ich persönlich glaube nicht, dass es die Maßnahmen selbst sind, gegen die viele protestieren, sondern vielmehr der Mangel an Konzepten, wie wir gemeinsam aus dieser Situation wieder herauskommen. Am ersten Maiwochenende zählten die ersten rechtswidrigen (Stand 03.05.2020) Demonstrationen rund 1.000 Teilnehmer, deren Hauptintention es war, die Lage zu verändern, womöglich zu verbessern. Ich fürchte, es werden mehr werden, solange die Politik nicht klare und verifizierbare, zumindest gedanklich nachvollziehbare, Konzepte zur Rückkehr in die Normalität (wie auch immer diese aussehen wird) erarbeitet und vorlegt. Ein konzeptloses Leben von einem Tag/einer Woche in den/die Nächste mag beim Weg in den Lockdown noch funktionieren. Beim Weg heraus wird dies zur Sackgasse werden. Wir brauchen dringen einen Plan, denn Menschen brauchen Pläne. Es muss einen Plan A geben für den Fall X und einen Plan B für den Fall Y und am besten noch einen Plan C für den Fall, dass Plan A oder B scheitern. So habe ich das in meiner Laufbahn beim Militär kennengelernt.

Im anderen Fall werden morgen 5.000, oder 10.000 oder mehr als 100.000 sein, die auf der Straße erscheinen, was dann...?

(Holger Neumann – 3.5.2020)

 

Zum Maßnahmenkatalog des DTTB

Ein Blick in die Zukunft, sofern möglich:

Alles was in Zukunft in unserem Sport passieren wird, ist in der berühmten Glaskugel zu finden. Alle Maßnahmen und auch die beginnenden Lockerungen sind sicher diskussions- und fragwürdig. Ich bin es allerdings leid, mich mittlerweile weiterhin mit „Vereinsmitgliedern“ aus dem Club der Zweifler ernsthaft auseinanderzusetzen (ich meine damit ausdrücklich keine Mitglieder des SVO!), da ich festgestellt habe, dass Diskussionen über dieses Thema sinnfrei geworden sind. Hier werden Statistiken bewusst durchmischt und Äpfel vielfach mit Birnen verglichen.

Für meinen Teil zum sportlichen nur so viel: Die Art und Weise wie die Vorgaben des TTVN zur weiteren Fortführung unseres Spielbetriebs lauten, entsprechen nicht mehr meinen Vorstellungen vom Tischtennissport.

Bundesligafußball als Geisterspiel, am besten vor 50.000 Pappfiguren. Dann lieber nicht!

Sollte es tatsächlich zur krampfhaften Fortsetzung unter den vorgegebenen Bedingungen in der kommenden Saison kommen, dann stehe ich für den Wettkampfbetrieb in dieser Form, zumindest für die kommende Saison, definitiv nicht zur Verfügung. Ich bitte hierfür um Verständnis.

(Holger Neumann – 2.5.2020)

 

Corona, Corona, Corona

Könnt ihr euch noch an die besonders starke Grippewelle 2017/18 erinnern? Nein? Dann wisst ihr auch nicht, dass das Robert-Koch-Institut von rund 25 000 Toten in Deutschland durch diese Influenza-Epidemie ausging. Könnt ihr euch angesichts dieser Zahl an weitreichende staatliche Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen entsinnen?

Zweiflern an der Wucht der aktuellen Maßnahmen wird entgegen geschleudert, man möchte nicht „Verhältnisse wie in Italien“ haben. Erstens, die immer wieder gezeigten Horrorbilder stammten allein aus der Provinz Bergamo. Zweitens, als Folge von Finanzkrise (2007) und Eurokrise (2009) wurde Italien zu Sparmaßnahmen gezwungen, die auch vor dem Gesundheitswesen keinen Halt machten, sodass, drittens, die überforderten Krankenhäuser COVID-19-Patienten in Alten- und Pflegeheime verlegten.

Dagegen ist unser Gesundheitswesen noch besser aufgestellt – aber nicht optimal. Es mangelte bei uns an Atemschutzmasken und Schutzkleidung für Pflegekräfte und Ärzte in Kliniken und in der Altenpflege. Krankenpfleger beklagen, dass durch marktradikale Politik Krankenhäuser kaputt gespart wurden, um Gewinne zu erzielen, und damit verbinden sie die Forderung, Gesundheit ganz der öffentlichen Fürsorge zu unterstellen und nicht in die Hände profitorientierter Konzerne zu geben.
Den Bertelsmännern, die noch im Sommer 2019 mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser für überflüssig erklärten, und ihren neoliberalen Kumpanen sollte man keine Bühne mehr geben.

Statistiken werden uns um die Ohren gehauen, um die unterschiedlichen Positionen der Institute und ihrer Repräsentanten zu untermauern, von der Uniklinik Bonn bis zum Helmholtz-Zentrum Braunschweig. Da halte ich es wie Churchill, der angeblich geäußert hatte: „Ich glaube nur den Statistiken, die ich selbst gefälscht habe“. Ich tendiere zu den Erkenntnissen des Virologen Streeck aus der „Heinsberg-Studie“ und sehe eine Überreaktion auf dieses SARS-COV-2-Virus.

Experten, Politik, Medien haben eine Spirale in Gang gesetzt, die uns in eine Virolokratie katapultiert hat. Wer traut sich, diese Dynamik aufzuhalten? „Experten“ – davon gibt es in diesen Tagen so viele – warnen davor, dass die gesellschaftlichen Folgen von Corona durch die Bekämpfungsmaßnahmen verheerender sein könnten als durch die Krankheit selbst.

In der zukünftigen Nachbetrachtung wird es eh ausgehen wie weiland die Geschichte Anfang der 1980er Jahre mit der Nachrüstungsdebatte. Das Ausbleiben des 3. Weltkriegs reklamierte die Friedensbewegung für sich, die Aufrüstungsbetreiber sahen es als ihren Erfolg an.

(Hajo Mevert - 25.3.2020, überarbeitet und ergänzt am 5.5.2020)

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